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    Krafttraining und Hautalterung: Was eine einzige Studie ergab

    ·5 Min. Lesezeit

    Eine Illustration aus der Vogelperspektive: Ein Unterarm wird durch eine Lupe untersucht, während eine kleine dunkelgrüne Hantel daneben liegt.

    Wer nach körperlicher Aktivität und Haut sucht, stößt auf zahlreiche selbstbewusst formulierte Aussagen, die auf fast nichts basieren. Es lohnt sich daher, von Anfang an klarzustellen, was tatsächlich vorliegt: eine kontrollierte Studie, die die Haut direkt gemessen hat, eine bildgebende Studie zur Körperhaltung und ein großer leerer Raum, in dem sich die meisten der populären Behauptungen befinden.

    Die Studie ist lesenswert, und das am häufigsten daraus zitierte Ergebnis ist schwächer, als die Zitate vermuten lassen. Der leere Raum ist ebenfalls interessant, da sich derzeit viel Marketing darin bewegt.

    Wichtigste Erkenntnisse

    • Eine Studie aus dem Jahr 2023 randomisierte 61 körperlich inaktive Frauen im mittleren Alter für 16 Wochen entweder zu Ausdauer- oder Krafttraining und untersuchte ihre Haut vor und nach der Intervention.
    • Beide Trainingsformen verbesserten die Hautelastizität und die Struktur der oberen Dermis. Es gab keine inaktive Kontrollgruppe, sodass diese gemeinsamen Verbesserungen nicht eindeutig vom zeitlichen Verlauf getrennt werden können.
    • Das als spezifischer Vorteil des Krafttrainings zitierte Ergebnis zur Hautdicke ist schwächer als sein Ruf: Keine der beiden Gruppen veränderte sich für sich genommen signifikant, und der Gruppenvergleich zeigte lediglich einen Trend bei p < 0,10.
    • Drei der Autoren sind Angestellte eines Kosmetikunternehmens.

    Die Studie

    Ausdauertraining wird seit Längerem als Anti-Aging-Strategie für die Haut diskutiert. Was bisher jedoch fehlte, war ein direkter Vergleich mit Krafttraining – eine Lücke, die eine Forschungsgruppe der Ritsumeikan-Universität in einer 2023 in Scientific Reports veröffentlichten Studie schließen wollte.

    Sie rekrutierten 61 gesunde, körperlich inaktive japanische Frauen im mittleren Alter und randomisierten sie für sechzehn Wochen entweder zu Ausdauertraining oder Krafttraining. Sechsundfünfzig Teilnehmerinnen schlossen die Studie ab und wurden analysiert. Die Haut wurde vor und nach der Intervention beurteilt, ebenso wie Blutmarker und die Genexpression in dermalen Fibroblasten – den Zellen, die die strukturelle Matrix der Haut aufbauen.

    Beide Gruppen zeigten Verbesserungen. Die Hautelastizität nahm in beiden Gruppen zu, ebenso die Struktur der oberen Dermis. In diesen Parametern erwiesen sich Ausdauer- und Krafttraining als gleichwertig.

    Dann ist da noch die Hautdicke, also jener Wert, der als spezifischer Vorteil des Krafttrainings zitiert wird – und dieser verdient einen genaueren Blick, als die Zusammenfassung bietet. In der Ergebnistabelle der Arbeit selbst stieg die Hautdicke in der Krafttrainingsgruppe von 1,77 mm auf 1,79 mm (p = 0,20) und veränderte sich in der Ausdauergruppe überhaupt nicht (p = 0,93). Keine der Veränderungen innerhalb der Gruppen war statistisch signifikant. Die Aussage stützt sich auf einen separaten Gruppenvergleich der Differenzwerte, bereinigt um die Ausgangswerte – und dieser Vergleich ist in der Abbildung als Trend bei p < 0,10 und nicht als signifikanter Unterschied gekennzeichnet.

    Der vorgeschlagene Mechanismus weist eine ähnliche Struktur auf. Die Forschenden entnahmen den Teilnehmerinnen vor und nach dem Training Blutplasma und gaben es zu kultivierten humanen dermalen Fibroblasten. Das Plasma aus der Krafttrainingsgruppe steigerte dabei die Expression von Biglycan, einem Proteoglykan, das an der Hautstruktur beteiligt ist. Das ist ein plausibler Forschungsansatz, jedoch nicht dasselbe wie der Nachweis von mehr Biglycan in der Haut der Frauen. Die Autoren weisen selbst darauf hin, dass ihre Schlussfolgerung auf drei separaten Ergebnissen beruht und dass direktere Studien erforderlich sind, um den Mechanismus zu bestätigen.

    Drei weitere Punkte gehören zur Einordnung dazu. Drei der Autoren sind Angestellte von POLA Chemical Industries, einem Kosmetikunternehmen. Es gab keine inaktive Kontrollgruppe, sondern lediglich zwei Trainingsgruppen; somit lassen sich die von beiden Gruppen geteilten Verbesserungen nicht eindeutig vom bloßen Zeitverlauf oder der Teilnahme an einer Studie trennen. Zudem handelt es sich um 56 japanische Frauen im mittleren Alter über einen Zeitraum von sechzehn Wochen – was eher ein erstes Ergebnis als eine gesicherte Erkenntnis darstellt.

    Was gemessen wurde – und was nicht

    Die Studie untersuchte die Hautstruktur: Elastizität, den Zustand der oberen Dermis, die Hautdicke sowie spezifische Matrixkomponenten. Dabei handelt es sich um reale, physikalische Eigenschaften der Haut, die mit Instrumenten statt durch subjektive Einschätzungen gemessen wurden.

    Falten wurden nicht gemessen. Es wurden keine Linien gezählt, das Erscheinungsbild des Gesichts wurde nicht bewertet und niemand wurde gefragt, ob er jünger aussieht. Eine dickere Dermis mit mehr Biglycan ist ein plausibler Baustein für eine Haut, die langsamer altert – das ist jedoch nicht dieselbe Aussage wie das Auftreten von weniger Falten, und die Studie berechtigt nicht zu dieser zweiten Behauptung.

    Der Teil ohne jegliche Evidenz

    Die Behauptung, der man in diesem Bereich am häufigsten begegnet, betrifft gar nicht die Hautdicke. Sie bezieht sich auf Halsfalten, meist in Kombination mit einem Haltungsprogramm oder einem Nahrungsergänzungsmittel.

    Eine Recherche in der Literatur zu horizontalen Halsfalten bringt eine erhebliche Menge an Arbeiten hervor, doch alles, was auffindbar war, betraf die Behandlung: Hyaluronsäure-Filler, Polydioxanon-Fäden, Lasertherapie, Fettgewebstransplantation. Eine Studie, die nachweist, dass die Körperhaltung Halsfalten verursacht, oder eine Trainingsintervention, die diese als Zielparameter gemessen hat, ließ sich nicht finden. Dies stellt die Grenze der Recherche einer einzelnen Person und keine formelle systematische Übersichtsarbeit dar; betrachten Sie es daher als solche.

    Dennoch ist dieser Hinweis wichtig, da ein Artikel wie dieser leicht das Gegenteil suggerieren könnte, wenn man eine Hautstudie neben eine Haltungsstudie stellt und es den Lesenden überlässt, eine Verbindung herzustellen.

    Fazit

    Die vertretbare Zusammenfassung ist kurz. Sechzehn Wochen jeder der beiden Trainingsformen verbesserten die gemessene Hautelastizität und die Struktur der oberen Dermis in einer zeitlich unkontrollierten Studie. Die oft zitierte, spezifisch durch Krafttraining bewirkte Verdickung der Dermis ist ein Trend, kein Befund. Halsfalten sind, was körperliche Aktivität betrifft, nicht untersucht.

    Nichts davon ist ein Grund für Krafttraining. Die Gründe für Krafttraining sind diejenigen, die durch eine Fülle von Evidenz gestützt werden: Muskelkraft, Knochendichte, metabolische Gesundheit und – im Kontext des Rests dieser Serie – ein Nacken, der dem Arbeitsalltag gewachsen ist. Wenn sechzehn Wochen Training zudem Ihre Dermis geringfügig verdicken, ist das eine erfreuliche Erkenntnis für eine Fußnote, aber kein primäres Trainingsziel.

    Literaturverzeichnis

    1. Nishikori S, Yasuda J, Murata K, Takegaki J, Harada Y, Shirai Y, Fujita S. Resistance training rejuvenates aging skin by reducing circulating inflammatory factors and enhancing dermal extracellular matrices. Scientific Reports. 2023;13(1):10214. doi:10.1038/s41598-023-37207-9. Kostenfreier Volltext. Hinweis: Drei Autoren sind Angestellte von POLA Chemical Industries.

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